Eisfischen in Arvidsjaur – Schwedisch Lappland

©Sabine Mey-Gordeyns

Eisfischen in Lappland ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Schweden im langen Winter. Außer kalten Füßen und einer roten Nase gibt es Lagerfeuer, Fika (die schwedische Kaffeepause) und ein gefühltes kleines Arktis-Abenteuer!

Weite, Wildnis, Stille ©Sabine Mey-Gordeyns

Weite, Wildnis, Stille: Schwedisch Lappland  ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schwedisch Lappland im Winter

…. war schon lange eines unserer Traumziele. Und plötzlich sind wir angekommen, in Abborrträsk, einem kleinen Ort in der Nähe von Arvidsjaur, ca. 100 km südlich des Polarkreis gelegen.

Bei -5 Grad ist alles um uns herum weiß und kalt und still. Still bis auf die emsigen Vorbereitungen, mit denen unser Gastgeber und Guide Sonny Holmberg von Natursafari (www.natursafari.se) beschäftigt ist: der Tank des Schneemobils muß aufgefüllt werden und der Schlitten, auf dem wir gleich Platz nehmen werden und der vom Schneemobil gezogen wird, wird hergerichtet. Kuschelige Rentierfelle werden darauf ausgebreitet und einiges an Gepäck für diese Mini-Expedition in die eisigen Weiten Lapplands findet ebenfalls auf dem einfachen Holzschlitten Platz.

Heute ist Ausflugstag, ein ganzer Tag in der Wildnis der schwedischen Natur steht auf dem Programm: eine Motorschlitten-Safari mit Eisfischen!

Auf geht's zum Eisangeln! ©Sabine Mey-Gordeyns

Auf geht’s zum Eisangeln! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com


Eisangeln mit Natursafari Guide Sonny Holmberg in Abborrträsk

Unser Gastgeber Sonny wird heute alle Register ziehen, um uns spüren zu lassen, dass hier in Schwedisch-Lappland nicht nur ein großer Outdoor-Spielplatz zum Schneemobilfahren oder Mutproben-Frieren im nächtlichen Iglo-Hotel ist sondern ein Ort, an dem man die Natur noch richtig in allen Facetten erleben kann.

Sonny ist durch und durch ein Naturmensch, aufgewachsen in Schwedisch Lappland, seit seiner Kindheit eng mit der Natur verbunden und am liebsten teilt er seine Leidenschaft im Sommer und Winter mit Gästen aus aller Welt. Zunächst geht es wahlweise auf dem Rücksitz des Schneemobils oder auf dem Anhänger-Schlitten ca. 15 Minuten durch tiefverschneite Landschaft. Rein theoretisch könnte man unterwegs Elche sehen, doch momentan halten sie sich weiter westlich auf, weiß Sonny zu berichten.

Naturführer Sonny Holmberg ©Sabine Mey-Gordeyns

Naturführer Sonny Holmberg ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Mit Schneemobil und Anhänger in die Wildnis ©Elena Bokelmann

Mit Schneemobil und Anhänger in die Wildnis ©Elena Bokelmann

 

Wildnisführer Sonny Holmberg bringt seine Gäste behutsam ans Ziel ©Elena Bokelmann

Wildnisführer Sonny Holmberg bringt seine Gäste behutsam ans Ziel ©Elena Bokelmann


Video „Eisfischen in Schwedisch Lappland mit Outdoor Cooking“ von travelstories-reiseblog.com – Sabine Mey-Gordeyns

Wir fahren durchs Winterwonderland: tief verschneite Zweige hängen über der Schneemobilspur, nur das laute Knattern des Motorschlittens stört die Idylle. Und der Benzindampf, der einem ein wenig die Sinne vernebelt.

An einem verträumten Platz am Seeufer ist bereits liebevoll eine Szenerie aufgebaut, die eines Inga Lindström-Filmes würdig wäre: Im schneebedeckten Tipi-Zelt bullert ein Ofen, der verschneite Boden ist mit Rentierfellen bedeckt. Vor dem Tipi kümmert sich Karin Vikström von Natursafari um ein offenes Feuer, wo später der Fisch gegrillt wird und nun schon ein schwerer gusseiserner Kaffekessel, geschwärzt vom Lagerfeuer vieler Expeditionen, wohligen Kaffeeduft verbreitet.

Ein Sehnsuchtsort in Schwedisch Lappland ©Sabine Mey-Gordeyns

Ein Sehnsuchtsort in Schwedisch Lappland ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Einladend: Tipi, beheizt mit einem Holzofen ©Sabine Mey-Gordeyns

Einladend: Tipi, beheizt mit einem Holzofen ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Lebenselixir: Kaffee! ©Sabine Mey-Gordeyns

Lebenselixir: schwedischer Kochkaffee! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Ein Location Designer eines Hipster-Outdoor Magazins könnte es sich nicht besser ausdenken: Mitten in der endlos scheinenden Landschaft ist ein langer Tisch aufgebaut, darauf thront ein Rentiergeweih an dem dekorativ die Kuksa – hölzerne Birkenholzbecher – sanft hin- und her schwingen. Daneben sind verlockende goldbraune, frischgebackene Plätzchen dekoriert – die gibt es aber erst zum Nachtisch!

Das wohl wichtigste Accessoire auf dem Tisch sind die Angeln. Wir sollen beim Eisfischen unser Mittagessen ja selber angeln. Sonny bohrt mit einem Eisbohrer ein Loch in den See und jeder darf sich nun – nach einer kurzen Einweisung – als Eisfischer versuchen. Nur nicht ungeduldig werden!

Angeln werden zur Verfügung gestellt ©Sabine Mey-Gordeyns

Angeln werden zur Verfügung gestellt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Der elektrische Eisbohrer im Einsatz ©Sabine Mey-Gordeyns

Der elektrische Eisbohrer im Einsatz ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Eisloch mit Angelschnur ©Sabine Mey-Gordeyns

Eisloch mit Angelschnur ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Stolz auf den Fang! Aber dieser Fisch ist zu klein und darf zurück in sein eisiges Zuhause ©Sabine Mey-Gordeyns

Stolz auf den Fang! Aber dieser Fisch ist zu klein und darf zurück in sein eisiges Zuhause ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Eisfischen für Amateure und Profis ©Elena Bokelmann

Eisfischen für Amateure und Profis ©Elena Bokelmann

Sonny Holmberg mit einem großen Fisch ©Sabine Mey-Gordeyns

Sonny Holmberg mit einem großen Fisch ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schon nach kurzer Zeit beißt – natürlich bei Sonny – ein großer Arctic Char, ein Arktischer Saibling. Der Fisch wird ausgenommen, zerteilt und kurzerhand auf den vorbereiteten Grill gelegt.

Dazu gibt es frisches Gemüse aus der Pfanne und eine köstliche Remoulade, in der auch eine Art Kaviar eine wichtige Rolle spielt – Karins Geheimrezept. Der fangfrische Fisch, die lokalen Zutaten, das Ambiente: alles ist hier der Sterneküche würdig. Während des Essens sitzen wir auf einer mit Rentierfellen bekleideten Bank – keine Autositzheizung kann besser sein, ich schwöre es!

Während wir dann zum Nachtisch noch einen tiefen Zug aus der Kuksa nehmen und die Plätzchen genießen, den Schnee auf den Bäumen bewundern, in die Stille lauschen und Lagerfeuer-Rauch in die Nase bekommen, fragen wir uns ob das alles nicht viel zu schön ist um wahr zu sein.

Feuer im Schnee ...©Sabine Mey-Gordeyns

Feuer im Schnee …©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Sonny nimmt den frisch gefangenen Fisch aus ©Sabine Mey-Gordeyns

Sonny nimmt den frisch gefangenen Fisch aus ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Karin beherrscht die Kunst des outdoor-cooking auch bei Minusgraden! ©Sabine Mey-Gordeyns

Karin beherrscht die Kunst des outdoor-cooking auch bei Minusgraden! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Fangfrischer Fisch serviert auf einem dünnen Brett aus Birkenholz, das nach dem Essen verbrannt wird ©Sabine Mey-Gordeyns

Fangfrischer Arktischer Saibling serviert auf einem dünnen Brett aus Birkenholz, das nach dem Essen verbrannt wird ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Tischdekoration in der Wildnis mit Naturmaterialien und wärmende Rentierfelle ©Sabine Mey-Gordeyns

Tischdekoration in der Wildnis mit Naturmaterialien und wärmende Rentierfelle ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Outdoor-Picknick in Schwedisch Lappland auf kuscheligen Rentierfellen ©Sabine Mey-Gordeyns

Outdoor-Picknick in Schwedisch Lappland auf kuscheligen Rentierfellen ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Gute Laune beim outdoor-bbq ©Elena Bokelmann

Gute Laune beim outdoor-bbq ©Elena Bokelmann

Holzbecher der Samen - Kuksa ©Sabine Mey-Gordeyns

Holzbecher der Samen – Kuksa ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Typisch schwedisch: Fika - Kaffeepause ©Sabine Mey-Gordeyns

Typisch schwedisch: Fika – Kaffeepause ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Gebäck für die Fika ©Sabine Mey-Gordeyns

Gebäck für die Fika ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wir kommen zu folgendem Schluss: Wenn man wissen möchte, wie die Schweden ticken und warum sie den Winter so lieben – hier kann man es am eigenen Leib erfahren. Und nie wieder vergessen, weil’s so schön war.

 

Schnee + Tipi = Glück ©Elena Bokelmann

Schnee + Tipi = Glück ©Elena Bokelmann

Kaffee im Schnee

Heißer Kaffee tut gut ©Elena Bokelmann

Sonny Holmberg erklärt die Natur und die Grundbegriffe des Eisangelns ©Sabine Mey-Gordeyns

Sonny Holmberg erklärt die Natur und die Grundbegriffe des Eisangelns ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Karin Vikström sorgt für das leibliche Wohl der Gäste ©Sabine Mey-Gordeyns

Karin Vikström sorgt für das leibliche Wohl der Gäste ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schnee, Einsamkeit, Wildnis - und wir! ©Sabine Mey-Gordeyns

Schnee, Einsamkeit, Wildnis – und wir! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Dieser Artikel wurde von Natursafari in Aborrträsk unterstützt – vielen Dank dafür!

© Foto (soweit nicht anderweitig gekennzeichnet)  und Text: Sabine Mey-Gordens, travelstories-reiseblog.com

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Noch mehr eiskalte Abenteuer? Wie wäre es mit Eisskulpturen in Ottawa, Kanada?

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8 Comments

  • Kerstin sagt:

    Was für ein schöner Artikel – und erst die Fotos! Will sofort zurück nach Lappland! Bin ganz neidisch, wir haben damals leider nix gefangen. Und es sah auch nicht halb so stylisch aus ;) Das überleg ich mir mal für unsere Lappland-Tour im Januar. Ganz liebe Grüße, Kerstin

  • Sabine sagt:

    Naja, bei uns hat ja auch nur Wildnisguide Sonny den ganz großen Fisch gefangen….Aber es war trotzdem großartig. Und als Ziel für eine Lappland-Tour ist natursafari.se absolut empfehlenswert! Liebe Grüße, Sabine

  • Jutta sagt:

    Die Fotos sind unwirklich schön! Und die „Draußenzeit“ wäre ganz nach meinem Geschmack. Das sind doch tolle Reiserlebnisse. Super schön Sabine. Sonnige Grüße, Jutta

  • Sabine sagt:

    Ja, das sind Reise-Erlebnisse, die bleiben. Von diesen „kontrollierten“ Abenteuern draußen in der Natur kann man eigentlich nie genug haben! Beste Grüße am die Eis-Abenteurerin von Sabine

  • Antje sagt:

    Liebe Sabine,

    genauso haben wir unsere Tour nach Lappland auch erlebt – ein Erlebnis, dass sich wirklich unauslöschbar in die Seele einbrennt!!! Wunderschöne – Bilder – ich bekomme direkt wieder Fernweh :-)

    LG Antje

  • Sabine sagt:

    Liebe Antje,
    ich glaube, wer einmal dem Zauber des nordischen Winters verfallen verfallen ist, der möchte immer wieder gerne zurück! Bei uns war es jetzt auch schon das zweite Mal.
    LG, Sabine

  • Anna sagt:

    Wunderbare, inspirierende Fotos. So eine Tour ist bestimmt wahnsinnig interessant, auch wenn ich mir als kleine Frostbeule wahrscheinlich den Hintern abfrieren würde… ;-)

    Herzlich,
    Anna

  • Sabine sagt:

    Danke Anna! Mittlerweile habe ich mehrere Eisangeln-Touren hinter mir und kann aus Erfahrung sagen: ob man friert oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Bei -25 Grad still sitzen bis die Fische beissen, kann schon grenzwertig werden. Im März bei Sonne da draussen an der Angel über das Leben meditieren: grossartig!

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