Die besten Plätze um Papageientaucher zu beobachten in Island

Wann sind Papageientaucher in Island?
Wer in Island gerne die bunten Papageientaucher sehen möchte, sollte seine Reise entsprechend planen. Es ist zum Beispiel interessant, wenn man weiss, dass die Vögel irgendwann ab Ende April eintreffen und spätestens Mitte August aufs Meer hinausfliegen. Einige Beobachtungsorte sind in der Brutzeit bis einschließlich Juni unzugänglich (siehe unten). Im September wird man in Island keine Papageientaucher mehr antreffen. Weiterhin sollte man wissen, dass die Vögel tagsüber meist beim Fischen draußen auf dem Meer sind und man die meisten Papageientaucher in den Abendstunden zu Gesicht bekommt.

Inhaltsübersicht

Geheimtipp! Papageientaucher sehen am Hafen von Borgafjördur Eystri (Bakkagerdi) in den Ostfjorden

Papageientaucher beobachten und Whale Watching mit Gentle Giants in Husavik im Norden

Papageientaucher sehen am Vogelfelsen Látrabjarg im Westen

Papageientaucher im Süden bei Vik am Felstor Kap Dyrholaey

Papageientaucher auf den Westmänner Inseln

Geheimtipp! Papageientaucher sehen am Hafen von Borgafjördur Eystri (Bakkagerdi) in den Ostfjorden

Wer mit der Fähre der Smyril Line in den Ostfjorden in Island ankommt, für den bietet sich ein Ausflug nach Borgafjördur Eystri (Bakkagerdi) in den Ostfjorden an, eine Gegend die meines Erachtens von vielen Reisenden zu Unrecht vollkommen unterschätzt wird.

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Vogelfelsen Hafnarholmi: klein, aber fein und leicht zugänglich! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Papageientaucher bei Hafnarholmi ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

60 km nördlich von Egilsstadir befindet sich etwas außerhalb von Borgafjördur Eystri der kleine Hafen mit dem Vogelfelsen Hafnarholmi. Der kleine Vogelfelsen ist über Holztreppen und Aussichtsplattformen leicht zugänglich, hier brüten ca. 10.000 Papageientaucher-Paare.

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Alfaborg, ein Felsen von dem die Einheimischen glauben, daß dort die Elfenköningin mit ihrem Gefolge lebt. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Die Fahrt ins abgelegene Borgafjördur lohnt sich auch wegen der großartigen Landschaft – die Fahrt geht durch 1.000 m hohes Küstengebirge, teils auf Schotterpisten. Vor Ort wartet dann neben den Papageientauchern farbiges Rhyolithgebirge, die Alfaborg (hier wohnt die Elfenkönigin!) und die Fischsuppe im AlfaSteinn Cafe. Eine ideale Tagestour mit dem Auto ab Egilsstadir.

Papageientaucher beobachten und Whale Watching mit Gentle Giants in Husavik im Norden

Husavik, ein kleiner Fischerort im Norden von Island, ist von der Ringstraße aus bequem zu erreichen. Wenige Kilometer vor Husavik liegt die Insel Lundey (isländisch für Papageientaucher), auf der ca. 100.000 Papageientaucher –Paare nisten. Gentle Giants bietet neben Whale Watching auch Exkursionen im RIB-Boot zur Papageientaucher-Insel an. Ein RIB-Boot ist so eine Art Zodiac-Schlauchboot/ Speedboot mit Festrumpf. Das klingt jetzt ziemlich unsexy. Das Gegenteil ist der Fall!

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Die Autorin in vollem Ornat…. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wir verpacken uns erst in die warmen Overalls, zwängen uns in die Schwimmwesten und dann bringt uns das Speedboot in einem Affenzahn in wenigen Minuten zur Insel Lundey. Was für ein Spaß: den Rausch der Geschwindigkeit genießen, den Wind im Gesicht und auf Tuchfühlung mit den Wellen, ein echtes Abenteuer! Plötzlich stoppt Kapitän Kalli, wir sehen einige Minkwale.

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Mit dem Speedboot geht es raus: immer dicht am Wind! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Und dann geht es weiter nach Lundey: niemals zuvor habe ich so viele Papageientaucher um mich herum gesehen, auf Lundey brüten ca. 100.000 Paare. Mittendrin sind wir, der Motor ist still, wir hören die Vögel kreischen und jammern, sehen sie ungeschickt starten und sind ganz nah dran wenn sie sich endlich taumelnd über die Wellen der See erheben um wieder zu ihrer Insel zu fliegen.

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Papageientaucher fliegen vor der Insel Lundey. Photo: Gentle Giants

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Tausende Papageientaucher um uns herum….. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Puffins auf Englisch, Lundi auf Isländisch ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

So eine Bootstour ist optimal, um die Papageientaucher in ihrem eigentlichen Element, dem Meer, zu beobachten.
Ein Aufenthalt auf der Insel Lundey ist nicht möglich.

Papageientaucher sehen am Vogelfelsen Látrabjarg im Westen

Ein guter Ort für die Beobachtung von Papageientauchern ist sicherlich der Vogelfelsen Látrabjarg in den Westfjorden, doch nicht jeder Reisende möchte mindestens 2 Tage investieren, um zu diesem entlegenen Ort an der Westspitze der Westfjorde zu gelangen.

Papageientaucher im Süden bei Vik am Felstor Kap Dyrholaey beobachten

So kommt man hin: Von der Ringstraße aus die 218 nehmen (6km), dann oben den Weg zum Leuchtturm einschlagen. Von dort aus bietet sich der Postkartenblick auf das Felstor in der Brandung und man kann Papageientaucher aus wenigen Metern Entfernung beobachten und fotografieren.

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Puffin bei Dyrholaey ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Bitte unbedingt eventuelle Absperrungen beachten, es bröckelt da oben! Ein holländisches Ehepaar ist im Mai 2015 abgestürzt und schwer verunglückt.

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Die „Clowns der Lüfte“ fühlen sich im Wasser am Wohlsten….. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Achtung: vom 1.5. bis 25.6. kann die Straße 218 für Autos und Fußgänger wegen der Brutzeit gesperrt sein!

Papageientaucher auf den Westmänner Inseln

Man muss sich ja immer etwas für den nächsten Urlaub auf Island übrig lassen. Freunde und Bekannte haben uns begeistert erzählt, dass sie viele Papageientaucher auf den Westmänner Inseln sehen konnten. Das nächste Mal werden wir uns davon persönlich überzeugen.

Wo habt Ihr Papageientaucher auf Island beobachtet?

 

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Zu der Bootstour in Husavik wurden wir freundlicherweise von Gentle Giants eingeladen.

© Foto und Texte: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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8 Comments

  • Jutta sagt:

    Bis in die Westfjorde habe ich es noch nicht geschafft, aber es muss großartig am Latrabjarg sein! Große Puffin-Kolonien gibt es auch auf den Westmänner-Inseln. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass viele Island-Reisende die Insel überhaupt nicht auf dem Schirm haben, dabei lohnt eine Überfahrt nach Heimaey und ein Aufenthalt dort wirklich! Sonnige Grüße, Jutta

  • Sabine sagt:

    Liebe Jutta, vielen Dank für deine Ergänzung zu den Puffin-Kolonien. Die Westmänner-Inseln gehören natürlich unbedingt dazu! Und die Westfjorde bieten so mehr als Latrabjarg, echte Sehnsuchtsorte, mehr dazu in meinem Beitrag: „Die Farben der Insel“.

  • Elke sagt:

    Puffins, die ich auf den Färöern verpasst habe!!! Zu den Westfjorden wollte ich sowieso seit der letzten Islandreise. Noch ein sehr guter Grund mehr also. 🙂 Danke, liebe Sabine!!

  • Sabine sagt:

    Es gibt noch so viel mehr Gründe, um die Westfjorde in Island zu besuchen. Z.B. Belgische Waffeln, oder näherliegender: ein Ausritt auf Islandpferden…..Geschichten, die hier noch auf Veröffentlichung warten. Ich hoffe, deine nächste Islandreise liegt in nicht allzu weiter zeitlicher Ferne, liebe Elke!

  • Lynn sagt:

    So wunderschöne Tiere!
    Die möchte ich auch irgendwann mal in live sehen 🙂 Danke für deine schönen Fotos!

    Liebe Grüße,
    Lynn

  • Sabine sagt:

    Liebe Lynn,
    lieben Dank für deinen Kommentar! Die Papageientaucher kann man ja nicht nur in Island beobachten, sondern beispielsweise auch in Schottland!
    Liebe Grüße,
    Sabine

  • Andreas sagt:

    Liebe Sabine,

    schöne Lundifotos hast du gemacht. Die possierlichen Papageientaucher – Lundis gehören zu Island wie die Islandpferde. Ich hab sie früher auf der Halbinsel Vik und in den Westfjorden bei Latrabjarg fotografiert. Island ist ein besonderes Land, vor allem für Fotografen. Ich habe von einem Isländer gehört, dass die Lundis weitgehend abgezogen sind, weil die Futtergrundlage im Meer ausbleibt. Die kleinen Fischchen die sie zum Fressen brauchen gibt es wegen der Meereserwärmung nicht mehr vor Island, sondern jetzt vor der Küste Grönlands. Weist du genaueres darüber?

  • Sabine sagt:

    Lieber Andreas,
    Danke! Wir haben auch viel mit den Isländern über dieses Thema gesprochen. Man sagte uns, dass tatsächlich die Sandaale immer weiter nach Norden ziehen – und die Papageitaucher hinterher. Früher soll es wohl im Süden Islands bei Vik viel mehr Lundis gegeben haben. Ich bin dankbar, dass wir 2012 noch die Gelegenheit hatten, die „Clowns der Lüfte“ an verschiedenen Stellen live zu sehen.
    Beste Grüße, Sabine

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