Tipps für Winterurlaub in Lappland: Rentiere sehen und Samen Kultur erleben in Schweden – Västerbotten

Västerbotten liegt in der geographischen Region Schwedisch Lappland im Norden von Schweden. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kann man hier schon Weihnachten oder Sylvester im Schnee feiern. Wer einen schneesicheren Winterurlaub verbringen möchte, ist hier also genau richtig.
Wir haben das große Privileg, einen Tag mit dem Samen Börje Stenlund in der Region Malå zu verbringen. Börje wird uns zu seinen Rentieren führen, im Vildmarkscamp werden wir in einer Kota zu Mittag essen und abschließend die alte Samensiedlung Lappstaden in Malå besichtigen. Ein Tag mit einem Sami, währenddessen wir die Samenkultur kennen lernen.

Rentiere beim Fressen im Winter ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com


Inhaltsübersicht Tipps für Winterurlaub in Lappland: Rentiere sehen

Sapmi – Land der Samen und der Samenkultur

Besuch beim Rentierzüchter in Lappland

Besuch im Rentiergehege in Lappland

Besuch im Wildniscamp in Lappland

Die alte Samen-Siedlung Lappstaden in Malå

Besucherinformationen zu Malå in Västerbotten

Sapmi – Land der Samen und der Samenkultur

Börje ist einer von den 20.000 Samen, die in Schweden leben. Die Samen sind das einzige indigene Volk Europas, ca. 70.000 von ihnen leben verteilt im Norden von Norwegen, Finnland, Schweden und Russland – einem Gebiet, das grenzübergreifend als Sápmi bezeichnet wird.

In Nordschweden existieren über 51 sogenannte Sameby – Gemeinschaften, zu denen sich mehrere Samenfamilien regional zusammen geschlossen haben. Diese Samenfamilien leben noch von der Rentierzucht. Die Gebiete der verschiedenen Samebyar in Västerbotten ziehen sich vom Baltischen Meer hinauf bis zum Fjäll entlang der Rentiermigrationsrouten. Gesprochen wird einer der Samen-Dialekte, das Ume Sami, das jetzt wieder gepflegt und gefördert wird. Erst 1977 wurden die Samen vom schwedischen Staat offiziell als indigenes Volk anerkannt.

Nur noch 2.500 der 20.000 schwedischen Samen betreiben Rentierzucht. 12 Familien verdienen in der Sameby rund um Malå ihren Lebensunterhalt als Rentierzüchter. Rund um Malå heißt es „Skogsameby” – dieser Begriff deutet an, dass hier die Waldsamen leben. Unser Guide Börje Stenlund spricht gut Englisch und kann uns sehr viele Informationen über die Kultur der Samen geben.

Endlose Straßen wie im Winterwonderland ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Byalokalen: Treffpunkt der Samengemeinschaft ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com


Reisevideo von travelstories-reiseblog: Rentiere und Samikultur – beim Rentierzüchter bei Malå in Schwedisch-Lappland

Besuch beim Rentierzüchter in Lappland

Sami Börje holt uns in Malå im Hotel ab (s.u.) und nimmt uns zunächst mit auf seinen Hof. Dort leben einige zahme Rentiere nah mit den Menschen zusammen. Sie kommen auf uns zugelaufen, wir dürfen dort Rentiere füttern, Rentiere sehen bei den Samen, Rentiere anfassen und Rentiere fotografieren. Es ist einfach, hier Fotos von den zahmen Rentieren zu machen.

Ein weißes Rentierkalb ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Sami Börje Stenlund füttert ein zahmes Rentier mit Moos ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wir lernen, dass es durch den Klimawandel immer öfter notwendig wird, die Rentiere zu füttern, weil sie selber nicht mehr an die Rentierflechte (ein Moos: Cladonia rangiferina) herankommen. Börje erklärt uns, wie kostspielig dieses Unterfangen ist, da es in Schweden verboten ist, das Moos in den Wäldern für die Rentierfütterung zu ernten. Es muss dafür extra aus Finnland importiert werden, deshalb stellt die Zufütterung eine große finanzielle Last für die Samen dar.

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Besuch im Rentiergehege in Lappland

Und weiter geht es in die Nähe von Släppträsk – Släppejaure auf samisch. Übersetzt bedeutet dieser Ortsname „der große Milchsee“ und deutet an, dass hier früher die Rentierkühe gemolken wurden. Aus der gewonnenen fetten Milch wurde damals Käse hergestellt.

Heute befindet sich hier eine Silhage – ein Rentiergehege und ein Rentiergatter. Hier werden Rentiere zusammengetrieben und Rentiere geschieden, je nach Anlass und Jahreszeit. Auch die Kälber können in diesem Gattersystem gut markiert werden.

Hier sind die Rentiere nicht mehr zahm, sondern halbwild. Sie flüchten vor uns „das ist die ganz natürliche Reaktion“ erklärt uns Börje. „Die Rentierkühe werden 15-18 Jahre alt, die männlichen nur 6-8 Jahre. Jede Paarungssaison schwächt die männlichen Rentiere, sie verlieren dann ca. 50 % ihres Körpergewichtes.“

Rentiere im Rentiergehege ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

So viele Rentiere im Rentiergehege! Optimal zum filmen und fotografieren ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Rentiergatter im Sameby bei Mala ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Besuch im Wildniscamp in Lappland

Und dann bringt Sami Börje uns noch in sein „Vildmarkscamp“. Er nennt es halbernst „Mindcleaner for Tourists“ – hier könne man so richtig die Seele baumeln lassen und echte Wildnisabenteuer erleben: Eisfischen im See, Feuer machen, im Tipi schlafen. Im Herbst könne man rund um das Camp Beeren pflücken.
Und tatsächlich: über tief verschneite Straßen wie aus dem Winterwonderland-Katalog kommen wir irgendwo an. Im Nirgendwo. Außer einer Kota, dem obligatorischen Toilettenhäuschen, einer Sauna und einer Feuerstelle ist hier – das große Nichts. Nur 2 große Tipis warten noch auf Übernachtungsgäste. Slow Travel pur. Einige seiner Gäste wählen dann auch die Slow Travel-Variante zur Anreise: in 3 Stunden auf Schneeschuhen über den gefrorenen See, Ausgangspunkt ist in diesem Fall das Malå Hotel (s.u.).

Die Kota im Vildmarkscamp bei Mala ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Vildmarkscamp bei Mala: Sauna, See, Hottub und ein Lagerfeuer ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Hier wird Kochkaffee über dem Feuer gebraut ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wir werden in das Hauptgebäude, die urgemütliche hölzerne Kota eingeladen, wo in der Mitte schon ein gemütliches, wärmendes Feuer prasselt. Börje baut die große Muurikka auf: eine riesige Metallplatte, die in diesem Fall von einem Gasbrenner erhitzt wird. Butter zischt auf der Platte. Der verlockende Duft von Zwiebeln steigt uns in die Nase, dazu gibt Börje Kartoffeln und später Rentierfleisch. Das Ganze wird mit Sahne verfeinert und mit Salat und Preiselbeerkompott serviert: das perfekte Mahl für die Kälte, wunderbar schmackhaft. Wir sitzen auf Holzbänken, die mit weichen Rentierfellen bekleidet sind und essen mit Holzbesteck von Papptellern, die auf Birkenholztabletts liegen. Teller, Tablett und Besteck werden nach dem Essen einfach ins Feuer geworfen: Abwasch à la Wildniscamp. Über uns schweben Kerzenleuchter aus Rentiergeweih. In der Dunkelheit muss es hier noch romantischer und uriger sein als nun, am helllichten Tag. Es ist Mitte März und die Tage hier oben sind jetzt schon genau so lang wie bei uns in Deutschland.

Am liebsten würden wir uns sofort zum ausruhen mit einem Schlafsack auf die Tannenzweige und Rentierfelle im großen Tipizelt betten und nur noch dem Bullern des großen Ofens in der Mitte lauschen – Wildnis Camping pur.

Aber wir müssen noch weiter: Lappstan in Malå ruft.

Börje bereitet eine Rentierfleisch-Mahlzeit auf der Muurikka zu ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Köstlicher Duft steigt von der Muurikka auf ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Rentierfleisch mit Fladenbrot auf Birkenholztablett ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Tipi im Vildmarkscamp – Schweden ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Die alte Samen-Siedlung Lappstaden in Malå

Etwa 20 alte Holzkotas scheinen über der dicken Schneedecke zu schweben. „Alle Kotas sind in Familienbesitz und müssen von den Familien selber unterhalten werden,“ erklärt uns Börje. „Früher kam man hier aus der ganzen Umgebung für den Kirchgang zusammen. Heute gibt es im Laufe des Jahres einige Veranstaltungen, die wir selber organisieren.“

Börje läuft auf eine Kota zu, öffnet sie und schon dürfen wir darin Platz nehmen. Es zieht durchs Gebälk, in der Mitte ist eine Feuerstelle, oben ein Abzug für den Rauch. Früher lebten die Familien hier, wenn sie nicht mit den Rentieren unterwegs waren. Es muss ein sehr hartes Leben gewesen sein.

Vor der Kota verabschieden wir uns von Börje. Noch niemals zuvor haben wir so viele interessante Informationen über die Lebensweise der Samen gestern und heute aus erster Hand bekommen. Danke, Börje – wir wünschen Dir von Herzen viele Gäste! Informationen zum Vildmarkscamp.se

Holzhütten und Kotas in Lappstaden ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Holzkota in Lappstaden, Mala ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Besucherinformationen für Malå in Västerbotten

Unterkunft in Malå

Um all diese Abenteuer mit den Rentieren und dem Sami erleben zu können, ist auch eine Unterkunft direkt in Malå möglich. Im Malå Hotell fühlen sich sowohl Individualtouristen, Geschäftsreisende auf Konferenzen als auch Gruppenreisende in den komfortablen Zimmern wohl. Das Frühstücksbuffet ist umfangreich und bietet Stärkung für den Tag. Abends wird Buffet angeboten.

Informationen zum malahotell.se

Ansprechendes Zimmer im Mala Hotell ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Gesunde Frühstücksvariante im Mala Hotell ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Reise-Informationen

Anreise nach Malå
Direktflüge nach Schwedisch Lappland: FlyCar fliegt in den Wintermonaten direkt ab Stuttgart, Frankfurt-Hahn, München und Hannover in ca. 3 Stunden nach Arvidsjaur: www.fly-car.de

Touristinfo Malå

Die Gemeinde Malå stellt auf ihrer Webseite einige Informationen zur Verfügung.

Offenlegung: Unsere Recherche wurde unterstützt durch Visit Malå und Gold of Lapland/ Visit Västerbotten in Lapland in Zusammenarbeit mit FlyCar.

#visitmala #goldoflapland #flycar #GoldIceCold

Ziele in der Umgebung:

Eisfischen bei Arvidsjaur

Eisfischen in Arvidsjaur – Schwedisch Lappland

© Fotos,Texte und Video: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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