Gespaltene Schädel und Drachenköpfe in Quoyloo

Craft Beer bei der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

– Auf den Orkney Islands wird Craft Beer für echte Wikinger gebraut…und alle, die sich so fühlen.

“Die Orkney Brewery ist in Quoyloo!” – “Wie bitte??? Kannst Du das bitte buchstabieren?“ fragt mich Tom als er gerade unser heutiges Ziel in das Navigationssystem eingeben will.

Q-U-O-Y-L-O-O. Es gibt schon merkwürdige Ortsnamen hier auf den wilden Orkney Islands im Norden von Schottland.

Craft Bier aus Schottland in der Orkney Brewery

Eingebettet in eine grüne Agrarlandschaft, in der es aufgrund der Meernähe auch schon einmal ganz schön stürmisch werden kann, liegt dann auch irgendwo im Nirgendwo auf Mainland zwischen der jungsteinzeitlichen Siedlung Skara Brae (Weltkulturerbe) und Birsay: Quoyloo!

Eine Handvoll Häuser trotzt hier den rauen Elementen Bier und Lebensunterhalt ab. 1989 gründete Roger White die Orkney Brewery, 2006 wurde sie durch Norman Sinclair übernommen, dessen Vater aus Orkney stammt. 2010 wurde expandiert und 2012 entstand in der alten viktorianischen Schule, wo noch Norman Sinclairs Vater die Schulbank gedrückt hatte, das moderne Besucherzentrum.

Die Orkney Brewery erreicht man am besten mit dem eigenen PKW ©Sabine Mey-Gordeyns

Die Orkney Brewery erreicht man am besten mit dem eigenen PKW ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Eingang zum Besucherzentrum der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns

Eingang zum Besucherzentrum der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Brauereiführung und Bierverkostung in der Orkney Brewery

Bei einer Brauereiführung wird der Brauprozess ausführlich erklärt.

Mehr als 22 Biere werden hier mit Orkney-Quellwasser gebraut, darauf ist man besonders stolz. Unter anderem Ale, Stout, Cask und Lager. Das Getreide für das Bier wird importiert, abgefüllt wird in Manchester.

Braukessel ©Sabine Mey-Gordeyns

Braukessel ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Im Brauhaus der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns

Im Brauhaus der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Die Autorin mit ihrem Reisebegleiter und Elaine von der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns

Die Autorin mit ihrem Reisebegleiter und Elaine von der Orkney Brewery ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Dieser Geruch......©Sabine Mey-Gordeyns

Dieser Geruch……©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Die Bezeichnungen der Biere lesen sich wie ein Auszug aus den altnordischen Sagas und haben auch einen Bezug zu diesen:

Raven Ale –  Rabe: Symbol für Stärke und Glück

Dragonhead  – Wikingerschiff: Drachenboot

Norseman – Nordmänner

Skull Splitter – Schädelspalter

Ich muss zugeben, das Skull Splitter Bier hat es mir besonders angetan. Schon das Bieretikett ist ein Erlebnis und verbindet humorvoll Wikinger Klischees mit Orkney-Ikonen: Unheilvoll drohender Himmel und Steinkreis im Hintergrund, kampfbereiter Wikingerheld mit durchdringendem Blick und Helm mit Hörnern auf dem Kopf. Das Skull Splitter Bier wurde nach Thorfinn Einarsson, dem 7. Wikingergrafen des 10 Jahrhunderts auf Orkney benannt, der eine entscheidende Rolle in der Orkneyinga Saga spielt und mit Spitznamen „Schädelspalter“ – Skull Splitter hieß. Dieses Bier hat man mit einem Alkoholgehalt von 8,5 % versehen, der Geschmack ist intensiv, fruchtig und warm.

Wikinger-Bier: Skull Splitter aka Schädelspalter ©Sabine Mey-Gordeyns

Wikinger-Bier: Skull Splitter aka Schädelspalter ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Nach der Brauereiführung gibt es auch eine kleine Bierverkostung in der urigen „Tasting Hall“. Dort kann man dann auch Northern Light, Orkney Gold, Corncrake, Latitude und wie sie alle heißen, probieren. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Mahlzeit im Restaurant zu sich zu nehmen. Mit einem Bier dazu kommen da schnell die Promille zusammen. Für uns passt es besser, in einem der Pubs in Stromness oder Kirkwall zu speisen, auch dort wird Bier aus der Orkney Brewery serviert, allerdings meist nicht die ganze Variationspalette.

Bierverkostung in der Tasting Hall ©Sabine Mey-Gordeyns

Bierverkostung in der Tasting Hall ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Tasting Hall in der alten Schule ©Sabine Mey-Gordeyns

Tasting Hall in der alten Schule ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Handwerklich gebrautes Craft Beer in Schottland

„Hand crafted in small batches“ prangt auf den Bieretiketten. Diese geschmacksintensiven Biere werden kunstfertig und jeweils in kleinen Mengen gebraut. Sucht man Craft Bier in Schottland, hier wird man fündig. Die Orkney Brewery ist eine handwerklich arbeitende Brauerei, nur so kann jeden Monate ein anderes saisonales Spezialbier gebraut werden.

Für Juni steht „Puffin Ale“ – Papageientaucher Ale auf dem Braukalender. Im Juni ist Brutzeit für die Papageientaucher auf den Orkney Islands – das passt! Das Papageientaucher-Bier hat 4,5 %, schmeckt malzig und ein wenig bitter.

Premiere hatte das Puffin Ale in 2015 und wir durften es schon mal vorkosten ©Sabine Mey-Gordeyns

Premiere hatte das Puffin Ale in 2015 und wir durften es schon mal vorkosten ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Etwas ganz Besonderes ist das „Dark Island Reserve Ale“ mit 10 % Alkohol , und seiner dunklen ein wenig an Sirup erinnernden Textur kommt es fast an Likör heran. Nach der Fermentierung reift es in alten Eichenfässern nach, in denen früher Whiskey gelagert wurde. Ein toller Einfall der Bierbrauer, die schottische Whiskytradition mit der Bierbrauerei zu verbinden.

In Whiskyfässern nimmt die Dark Island Reserve einen ganz besonderen Geschmack an ©Sabine Mey-Gordeyns

In Whiskyfässern nimmt die Dark Island Reserve einen ganz besonderen Geschmack an ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Dark Island Reserve: Als Likör zu geniessen! ©Sabine Mey-Gordeyns

Dark Island Reserve: Als Likör zu geniessen! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Und das deutsche Reinheitsgebot?

Ist deutsch. Die englische Übersetzung hierfür lautet auch: German purity law. Am 23.4.2016 wird anlässlich des 500. Geburtstages des Reinheitsgebots in Deutschland „Der Tag des deutschen Bieres“ begangen. Es mag sein, dass außerhalb von Deutschland anders gebraut wird. Die Biernamen auf den Orkney Islands umweht auf jeden Fall der Hauch von Freiheit und Abenteuer.

Die Bierdeckel der Orkney Brewery stehen in der Gestaltung den Bieretiketten nicht nach ©Sabine Mey-Gordeyns

Die Bierdeckel der Orkney Brewery stehen in der Gestaltung den Bieretiketten nicht nach ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Fazit

An einem regnerisch-stürmischen Tag ist eine Brauereibesichtigung der Orkney Brewery ganz interessant, ohne ein eigenes Auto ist die Anreise jedoch aufwändig.

Als Alternative bietet sich ein Whisky Tasting auf den Orkney Islands an, bei Highland Park in Kirkwall, das etwas zentraler gelegen ist.

Vielleicht interessiert Dich auch das Orkney Folk Festival oder ein Restaurant Tipp in Stromness?

Bei outdoor-hochgenuss gibt es Interessantes und Wissenswertes zum Bierjubiläum und Reinheitsgebot.

© Foto und Texte: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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8 Comments

  • Den Namen „Skull Splitter“ finde ich einfach toll! Mit solchen Namen haben’s die alten Kelten gerne. Ich bin in Neufundland auf solche Namen gestoßen – allerdings bei Weinen. Dort gibt’s den „Funky Puffin“ oder den „Moose Joose“ oder den „Krooked Cod“ – alles Obstweine.

  • Sabine sagt:

    „Skull Splitter“ hat mich auch schwer beeindruckt. Das ist eine witzige Kombination aus Historie und eventueller Wirkung. Das Bier schmeckt übrigens hervorragend.

  • Antje sagt:

    Eine Schottland-Tour reizt mich ja schon lange, allerdings dachte ich bisher mehr an Whisky. Nach deinem Artikel denke ich jedoch, dass ich mich auch dem Craft Bier mal widmen sollte. Habe erst kürzlich in Darling in Südafrika ähnlich Spannendes probiert, z.B. Black Mist. Glücklicherweise hatte ich anschließend aber keinen schwarzen Nebel im Kopf 🙂

  • Sabine sagt:

    Black Mist klingt gut. Aber die Schotten sind ja auch bei Whisky-Bezeichnungen recht kreativ geworden, wie wäre es mit „Superstition“?

  • Diese Bezeichnung sind teilweise ja wirklich zum Fürchten. Der Geschmack der Biere hoffentlich nicht. Gerne binden wir deinen schönen Beitrag als ausländische Facette in unseren Bericht zum Jubiläum des Reinheitsgebots ein.

  • Sabine sagt:

    Bei diesen wilden Bieren kann man schon auf den Geschmack kommen – trotz der wüsten Bezeichnungen. Und vielen Dank vorab schon mal für’s integrieren in euren Blogpost!

  • Andreas sagt:

    Deinen Blogartikel finde ich sehr interessant. Die Craft Bier Bezeichnungen wirken unheimlich. Wahrscheinlich ist das gewollt, denn die sagenhaften Orkneys sind ja auch mystisch und bei Nebel unheimlich. Bei Schlechtwetter kann man dann in einem Pub die unheimlichen Craft Biere probieren oder eine Brauereibesichtigung unternehmen. Ich kenne die Orkneys nur von Bildern. Gruß Andreas

  • Sabine sagt:

    Ich glaube wirklich unheimlich wirkt das nur auf uns, Andreas. Auf uns, denen die nordische Kultur manchmal etwas fremd anmutet. Aber ich muss zugeben, dass so ein Skullsplitter zur Fischsuppe sehr tröstlich sein kann, wenn draussen der Sturm ums Pub tobt – selbst erlebt 🙂

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