Wien – Tipps und Impressionen für Individualisten

– Welches Stadtviertel ist als Ausgangspunkt für einen Kurztrip nach Wien geeignet? Außerdem geben wir Tipps für Kaffeehäuser und Restaurants in Wien und einen Hoteltipp für Wien Zentrum.

Seit langem stand ein Citytrip nach Wien auf meiner Reisewunschliste. Deshalb haben wir auch nicht lange gezögert, die Einladung zum ReiseBloggerSlam auf den ReiseSalon im November 2015 anzunehmen. Wir sind etwas eher angereist, um neben unserem Erscheinen auf dem Reisesalon ein wenig Zeit für eigene Entdeckungen zu haben.

Da uns das touristische Standard-Programm meistens nicht so anspricht und wir gerne individuell entdecken, haben wir unseren ganz besonderen „Städtetrip für Zwei“ zusammengestellt. Ich habe festgestellt, dass es mir persönlich viel besser tut, vieles wegzulassen und nur einiges Weniges zu erleben, damit ich mich nicht wieder eine Woche von einem Städtetrip erholen muss.

Inhalt dieses Reiseberichtes über Wien

1. Unsere 3 Top-Tipps für Wien

2. Anreise nach Wien

3. Hotel in Wien

4. Unterwegs in Wien: Die Wiener Linien

5. Sightseeing in Wien: Sehenswertes

6. Wiener Kaffeehauskultur

7. Wien entdecken: Die Josefstadt im 8. Bezirk

8. Wien in der Adventszeit: Weihnachtsmärkte

9. Reiseführer für Wien

Unsere 3 Top-Tipps für Wien

  • Wiener Ringstraße mit der Tram – siehe „Sightseeing in Wien“
  • Café Hawelka – siehe „Wiener Kaffeehauskultur“
  • Restaurant Fromme Helene in der Josefstadt – siehe „Wien entdecken-Josefstadt“

Anreise nach Wien

Für diesen Städtetrip nach Wien haben wir die Euronight-Verbindung der ÖBB nach Wien genutzt. Den Bericht über die Erfahrung „Liegewagen nach Wien“ ist hier nachzulesen.

Hotel in Wien

Das 4-Sterne Mercure Hotel Josefshof liegt in 10-minütigem Laufabstand zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Innenstadt , die U-Bahn Rathaus ist in 2 Minuten zu erreichen. Die Lage in der Josefsgasse ist ruhig und in der direkten Umgebung sind etliche Restaurants, Geschäfte und Supermärkte vorhanden. Der 8. Bezirk steht für hohe Lebensqualität, viele Theater und die kulturellen Hotspots des Museumquartier befinden sich ebenfalls um die Ecke. Unsere Tipps Café Eiles, Restaurant Fromme Helene und Restaurant Blauensteiner liegen nur 5 Minuten zu Fußweg entfernt.

Beim Betreten unseres Privilege Room erschrecken wir zunächst ein wenig ob des Gold-Designs. Als ich dann lese, dass das Gold eine Reminiszenz an Gustav Klimt sein soll, kann ich damit leben. Das Zimmer ist großzügig bemessen, das Bett ist breit und fast ein wenig zu weich. Die Fenster zur Josefsgasse hin lassen sich öffnen und man ist somit einmal nicht auf die Klimaanlage angewiesen, das finde ich extrem angenehm. WiFi ist kostenlos und reicht tatsächlich bis in den 3. Stock hinauf.

Das Frühstücksbuffet entspricht internationalen Standards. Und weil wir in Wien sind, gibt es obendrein noch einige typische Konditorei-Spezialitäten wie Apfelstrudel und Sachertorte. Der Service im ganzen Hotel ist genau so, wie man es von einem Haus mit diesem Anspruch erwartet: angemessen unauffällig und professionell. www.josefshof.com

Als preiswerte Option in der Nähe bietet sich eventuell das Hotel Lehrerhaus (hotel-lehrerhaus.at) an.

Eingang Hotel

Mercure Hotel Josefshof – ruhig gelegen in der Josefsgasse ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Doppelbett im Hotel

Mercure Hotel Josefshof – Goldtöne prägen das Design im Privilege Room ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Hotelzimmer

Mercure Hotel Josefshof – Privilege Room ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Badezimmer im Hotel

Mercure Hotel Josefshof – echt goldig im Badezimmer ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Skulptur "Der Kuß" von Gustav Klimt

Mercure Hotel Josefshof – Skulptur „Der Kuß“ von Gustav Klimt in der Lobby ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wendeltreppe in Gelbtönen

Mercure Hotel Josefshof – auch bei der Wendeltreppe wird das Thema „gelbgold“ weiter geführt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Unterwegs in Wien: Wiener Linien – Öffentliche Verkehrsmittel in Wien

Wir kamen mit dem Nachtzug aus Düsseldorf in Wien Meidling an und kauften uns zunächst eine Tageskarte, mit der wir alle Wiener Verkehrsmittel nutzen konnten. Die Tageskarte Wien heißt „24 Stunden Wien“ und kostet 7,60 Euro *. Eine Einzelfahrt mit den Wiener Verkehrsmitteln schlägt mit 2,20 Euro zu Buche, da lohnt sich die Tageskarte schnell.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, z.B. einen Wochenpass „Easy City Pass Wien 1 Woche“ zu 26,90 Euro – ein faires Angebot wie ich finde.

Weitere Informationen zum Wiener Nahverkehr: www.wienerlinien.at

Tramhaltestelle in Wien

In Wien ist Vieles einfach schön – sogar die Schilder für die Tram! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Sightseeing in Wien

Die Wiener Ringstraße mit der Tram

Mit unserem Tagesticket haben wir dann auch eine selbstorganisierte individuelle Fahrt mit verschiedenen Trams (den Linien 1 und 2) entlang der Ringstraßen-Sehenswürdigkeiten unternommen. Trambahnfahren ist ein Erlebnis für sich, man umrundet das historische Zentrum, schnuppert Wiener Flair und schaut sich die Augen aus dem Kopf an der fantastischen Architektur im „Ringstraßenstil“ dort draußen.

Historisierende Prachtbauten der 1860er bis 1890-er Jahre prägen das Bild, 2014 feierte das Ensemble 150 jähriges Jubiläum und heute gehört der gesamte Straßenzug zum Weltkulturerbe Historisches Zentrum von Wien. Die Oper, das Parlament, das Ringstraßen-Palais, das Rathaus und das Burgtheater und noch viel mehr kann man auf dieser Runde bestaunen und aussteigen wann man möchte.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es außerdem noch die touristische Vienna Ring Tram gibt (Abfahrt: Schwedenplatz), hierfür benötigt man allerdings ein separates Ticket für 8 Euro, bekommt aber auch Informationen in verschiedenen Sprachen über den Lautsprecher.

Parlament in Wien mit österreichischen Fahnen

Parlament in Wien ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wiener Oper erleuchtet

Wiener Oper in der Dämmerung ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Tramhalte

Haltestelle Oper an der Ringstraße ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Ringtram

Ringtram am Abend ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Die Wiener Innenstadt und der Stephansdom
…wird auch „innere Stadt“ und 1. Bezirk genannt und liegt innerhalb der Ringstraße. Hier befinden sich die meisten Hauptsehenswürdigkeiten für Wien-Touristen und die Preise für alles liegen im inneren Ring entsprechend hoch.

Wir haben einen kurzen Blick in den Stephansdom, den bedeutendsten gotischen Bau Österreichs geworfen (Eintritt frei). Es fand gerade eine Messe statt, zu diesen Zeiten ist ein Rundgang verständlicherweise nicht möglich, man muß sich mit einem Blick ins Innere hinter einem Absperrgitter begnügen oder mit Souvenirs aus dem in die Kirche integrierten (!) Souvenirshop, der auch während der Messe geöffnet ist.

Wer auf Gotik steht, kann an einer kostenpflichtigen Domführung teilnehmen. Wem Aussicht lieber ist, kann per Treppe (Südturm) oder Aufzug (Nordturm) Wien von oben genießen. Die jeweiligen Öffnungs- und Besichtigungszeiten sowie Eintrittspreise entnehmt Ihr bitte der Webseite www.stephanskirche.at.

Was beim Stephansdom echt nervt ist das aufdringliche Auftreten der Konzertverkäufer im Pseudo-Mozartmantel auf dem Vorplatz. Es gibt wohl keinen Wien-Besucher, der nicht mehrmals von ihnen angesprochen wird. Vom Stephansplatz bietet sich ein Bummel durch die belebte Fußgängerzone an, die mit beeindruckender Architektur und einer Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten beeindruckt. Schick geht es hier zu.

Innenstadtszene

Wiener Innenstadt mit Blickachse auf die Hofburg ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schaufensterauslage

Typische Kaffeehaus-Thonetstühle im Schaufenster einer Designermarke ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Hinweisschild eines Bekleidungshauses

Wien weiß, was Frauen wünschen: 3 Etagen für Damenkleidung, 1 für die Herren ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Der Wiener Naschmarkt
Der Wiener Naschmarkt ist interessant aufgrund seiner Lage zwischen architektonischen Denkmälern des Wiener Jugendstils und der Vielfalt seines Angebotes. Kulinarisch kann man sich von Wienerisch bis Russisch durchessen, Schokolade, Wein, Käse, Gewürze oder 100.000 andere Zutaten kaufen. Man wähnt sich im lukullischen Schlaraffenland oder auf einem orientalischen Basar.

Leider gibt es hier ein kleines Problem: Die aufdringlich-offensive gefühlte hundertste Nötigung, doch nun endlich Schafskäse, knallrote Oliven, gefüllte Pepperoni, kandierte Früchte oder sonst was zu probieren (und danach natürlich zu kaufen!) geht mir in Wien auf dem Naschmarkt ziemlich auf den Zeiger. Es gibt zu viele mediterran-orientalische Marktstandler, die sich gegenseitig die Kunden abjagen wollen. Ich kann damit umgehen, finde es aber äußerst lästig. Das Marktamt der Stadt Wien hat hier m. E. noch Optimierungspotenzial.

Marktstände und Jugendstilfassaden

Russische Suppe, ein Indian Shop und Jugendstilfassaden im Hintergrund ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Geschäft mit österreichischen Produkten

Kulinarisches aus Österreich auf dem Naschmarkt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Rote Oliven in der Auslage

Knallrote Oliven auf dem Naschmarkt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Marktstand mit Käse

Käsestand ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Russische Bonbons mit Mädchengesichtern

Russische Bonbons ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Restaurants am Naschmarkt

Restaurants am Naschmarkt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Mediterran-orientalischer Marktstand

Mediterran-orientalischer Marktstand ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wiener Secession

Wiener Jugendstil – die Secession. Gleich am Eingang des Naschmarkt gelegen ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schloss Schönbrunn
Obwohl wir nicht viel Zeit hatten, die Zeit für einen kurzen Spaziergang durch den Park von Schloss Schönbrunn haben wir uns genommen. Es dauert ca. 15 Minuten, um mit der U-Bahn vom Zentrum aus zur Station „Schönbrunn“ zu fahren. Nochmals mindestens 10 Minuten benötigt man zum Parkeingang. Hier sind einige Impressionen von unserem Spaziergang:

Blick auf Schloss Schönbrunn mit Garten

Blick auf Schloss Schönbrunn mit Garten ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Gloriette auf Hügel

Gloriette Schloss Schönbrunn ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schloss Schönbrunn Rückansicht

Schloss Schönbrunn Rückansicht ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Kriegerstatue

Kriegerstatue im Garten von Schloss Schönbrunn ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Neptunbrunnen

Neptunbrunnen ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Columbarium im Garten von Schloss Schönbrunn ©Sabine Mey-Gordeyns

Columbarium im Garten von Schloss Schönbrunn ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wiener Kaffeehauskultur

„Kaffeehaus“ ist für mich ein Zauberwort, das viele Assoziationen auslöst. Käme J.K. Rowling nicht zufällig aus England, der ideale Platz für die ersten Entwürfe zu Harry Potter wäre in einem Wiener Kaffeehaus gewesen. In meiner Vorstellung treffen sich Literaten zum Gedankenaustausch, lesen Zeitung oder schreiben an ihren Werken, gedämpftes Murmeln der anderen Gäste wabert durch den Raum, hell klirren die Silberlöffel im Verlängerten. Elegante Thonetstühle, Kaffeehaustische mit Marmorplatten, Kuchenvitrinen und der Duft von Apfelstrudel. Und es gibt solche Orte, aber selten dort, wo einen die Reiseführer hinschicken. Überall erwartet den Gast ein überwältigendes Angebot an Kaffeespezialitäten, wie etwa Mokka, Kleiner Brauner, Verlängerter, Melange, Einspänner und viele mehr. Fragt den Ober (ja, es sind meistens Männer!), der gepflegt im schwarzen Anzug und oft mit Fliege auftritt, er wird euch bei der Auswahl gerne helfen. Wir haben drei sehr unterschiedliche Kaffeehäuser getestet.

Kaffeetasse mit Wasserglas

Zum Kaffee wird in Wien immer Wasser gereicht ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Café Hawelka
Das Kaffeehaus Café Hawelka liegt in der Dorotheergasse, einer kleinen Seitenstraße ganz in der Nähe des Stephansdoms im Erdgeschoß eines unscheinbaren Gebäudes. Hier zählt das Innenleben: seit 1961 fungierte das Café Hawelka als Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle und wenn man es betritt, spürt man sofort etwas Besonderes. Der Innenraum ist angeblich seit 1912 kaum baulich verändert und mit seinem dunklen Innenraum und abgewetztem Mobiliar präsentiert es sich in einer Patina, die aus dieser Zeit gefallen ist und einen angenehmen Gegenpol zum Schicki-Micki draußen bildet.

Wir waren an einem Samstagnachmittag um 15 Uhr dort und ich muß natürlich nicht erwähnen, daß es pure Glückssache war, daß wir zu dritt einen Platz ergattern konnten. Ein kleines Sofa, ein Stuhl, ein kleiner Kaffeehaustisch, gegenüber dem Eingang zu den Toiletten, der nur mit einem Wollvorhang abgeteilt ist. Dafür aber unter einer Zeichnung, die Georg Danzer’s Lied „Jö schau“ („Was mocht a Nockerter im Hawelka?“ – auf hochdeutsch: „Was macht ein Nackter im Hawelka?“ ) – zitiert. Prima, hier ist man auf dem „Planet Hawelka“, einer exotischen Gegenwelt. Nix als Wiener und Österreicher um uns herum, für Touristen ist es hier vielleicht zu einfach und ein ganz klein wenig zu schäbig, aber Patina hat ja etwas mit Abnutzung zu tun. Umso mehr summt, spricht und kommuniziert es rund um uns her, hier kommen good vibrations so richtig ins Schwingen. Hier werden noch heute neue Pläne gesponnen und wieder verworfen und Träume in die Spinnweben gehängt, in denen sie sich geräuschlos verflüchtigen. Der Ober in schwarz mit Fliege hat Stil und wirkt, als liebe er seinen Job über alles.

Überflüssig zu erwähnen, daß dies wahrscheinlich der einzige Restaurantbetrieb im 1. Bezirk ist, der seine bevorzugte Lage nicht in überhöhten Preisen weitergibt. Wäre ich Wienerin, wäre ich Stammgästin.

Fassade vom Cafe Hawelka

Cafe Hawelka – schöne Fassaden sehen anders aus ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Jö schau Zeichnung

Persönliche Widmung von Georg Danzer – „Meine Verehrung dem Cafe Hawelka“ – Das sieht man nur wenn man es weiss ! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Café Central
Im Palais Ferstel nicht unweit der Wiener Hofburg in der Herrengasse liegt das Café Central. Der Touristenstau vor dem Eingang hätte uns eigentlich schon abschrecken müssen. Es lebt von der Legende der schönen Innenarchitektur – 1986 wurde es aufwändig renoviert – und vom Ruf seiner literarischen Vergangenheit. Wem es nicht wichtig ist, Wien unter Wienern zu erleben und wer gerne mit amerikanischen Gruppen und asiatischen Pärchen in lauter Geräuschkulisse mittelmäßig zu überhöhten Preisen speisen möchte, der ist hier genau richtig.

Die Atmosphäre, die man sucht, könnte nicht weiter weg sein. Die Erfahrung wird ab 17 Uhr auf die Spitze getrieben, wenn ein Pianist internationale Standards à la „Stranger in the Night“ anstimmt. Der Innenraum ist prachtvoll, es ist jedoch nicht möglich, einfach einmal reinzuschauen und eine Runde zu drehen, dafür ist der Andrang schlicht zu groß. Jeder potenzielle Gast wird von einem Ober am Eingang abgefangen und sofort zu einem Tisch geführt. Meine Meinung: Geld und Zeit kann man besser investieren.

Schlange vorm Cafe Central in Wien

Schlange vorm Cafe Central in Wien ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Innenansicht Cafe Central Wien mit Franz und Sissi

Cafe Central: Kult und Kitsch ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Frei Plätze im Cafe Central Wien

Cafe Central – hier bleiben selten Plätze frei ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Café Eiles
Nur wenige Gehminuten vom Innenring befindet sich im 8. Bezirk gleich zu Anfang der schönen Josefstädter Straße (Nr. 2) das Wiener Kaffeehaus Café Eiles. Seit 1840 steht es hier, hat ein bewegtes Leben hinter sich und wurde zuletzt 1901 vorsichtig mit Jugendstilelementen versehen. Ein großzügiger Innenraum bietet Luft zum Atmen und für freie Gedanken.

Hierher kommen die Wiener aus der Nachbarschaft, um ihren Mokka zu nehmen, die Zeitung vom Zeitungsständer zu lesen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Wifi? Smartphones? Hektik? Alles Fehlanzeige. Die pfirsichfarbene Marzipanglasur der Kuchenstückchen harmoniert mit der Farbe der Gladiolen, der Kaiserschmarrn schmeckt fantastisch (mit einem kleinen Kännchen Zwetschgenröster, juhu!), es ist bis Mitternacht geöffnet und man kann auch noch spät abends kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Wer unaufgeregtes Wiener Alltagsleben in angenehmen Ambiente sucht, ist hier genau richtig.

Thonetstühle und Marmortische

Thonetstühle und Marmortische im Cafe Eiles ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Seit 2011 gehört die Wiener Kaffeehauskultur zum immateriellen Kulturerbe der Unesco.

Entdecken: Wien Josefstadt im 8. Bezirk

Wir haben zwei geniale und sehr unterschiedliche Restaurants in der Josefstadt entdeckt, die wir euch gerne vorstellen möchten: unsere Restaurant Tipps für Wien!

Restaurant Fromme Helene
Restaurant „Fromme Helene“ in der Josefstädter Straße 15/ Ecke Lange Gasse 33. Man serviert preiswerten Mittagstisch zwischen 6 und 8 Euro bis 15 Uhr, wobei auch täglich ein anderes vegetarisches Gericht auf der Mittagskarte steht. Abends trifft man sich hier vor und nach dem Theater, ein Raum ist geschmückt mit Schauspieler-Portraits, ein Hauch von Bohème liegt in der Luft. Wenn man hier ein Wiener Schnitzel von der Kalbsschale mit Erdäpfel-Vogerlsalat für 17,80 Euro bestellt, kann man sicher sein, dass es wirklich gut ist. Perfektes Wohlfühl-Ambiente, perfektes Preis-Leistungsverhältnis! Abends, auch unterhalb der Woche, unbedingt vorher reservieren! www.frommehelene.at

Fassade mit Emaillestraßenschild

Echt. Emaille. Josefstädter Straße 15, hier residiert die „Fromme Helene“. Mein Tipp: Betreten und genießen! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Restaurant „Blauensteiner“
Restaurant „Blauensteiner“ in der Josefstädter Straße 4, ein „Beisl-Klassiker“ laut Empfehlung „Wien“ Reiseführer vom Michael Müller Verlag. Genauer: Gastwirtschaft Blauensteiner „Zur Stadt Paris“ . Ich gebe zu, dass wir erst mal 3 Minuten draußen um die Fenster geschlichen sind und uns alles aus sicherem Abstand angeschaut haben. Draußen an der Fassade blättert der Putz ein wenig ab, die Leuchtreklame sieht auch nicht mehr so ganz frisch aus und drinnen herrscht die schlichte Strenge eines klassischen Bahnhofsrestaurants.

Da wir aber abends müde sind von den ganzen Eindrücken des Tages und auch nicht weiter laufen wollen, geben wir dem Blauensteiner doch eine Chance. Außerdem hat mich das Interieur an die Filmhauskneipe in Hamburg erinnert. Wir werden zu anderen Gästen an den Tisch gesetzt, das ist aber nicht unangenehm, hier treiben sich interessante Leute herum. Man schenkt Hubertus-Bier aus (lecker!) und wir wählen ein klassisches Wiener Gericht „Gulasch mit 1 Stck. Gebäck (Semmel oder Brot)“ für 7,80 Euro und einen Saibling für 14 Euro. Die Küche ist deftig und bodenständig, aber nicht grob. Ein Mittagsmenü mit Suppe und Hauptspeise ist unter 7 Euro zu bekommen.

Wir sind die einzigen Touristen. Großartig. Hier können wir uns eine Stunde lang einbilden, dass wir nach dem Essen entlang all der großartigen Altbauten gleich nach Hause ins eigene Heim gehen würden. www.gastwirtschaft-blauensteiner.at

Nachtszene Wien mit Eckrestaurant

Gastwirtschaft Blauensteiner „Zur Stadt Paris“ ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Märkte in der Josefstadt
Wenn man den touristischen Naschmarkt vermeiden möchte und Wien für Insider entdecken möchte, bieten sich im 8. Bezirk die folgenden Märkte an: Der klitzekleine Bauernmarkt an jedem dritten Donnerstag im Monat am Josef Matthias Hauer Platz und der Biomarkt jeden Samstag in der Langen Gasse zwischen 9:00 und 13.00 Uhr.

Bücher in Glaskasten

Wie toll ist das denn, zum 1! Öffentliche Bürgerbibliothek – Bücher bringen und holen – kostenlos! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Minimarkt vor Spar Supermarkt

Wie toll ist das denn, zum 2.?? Mini-Bauernmarkt vor Spar-Filiale! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Bummeln und shoppen der Josefstadt

Im lebenswerten 8. Bezirk befinden sich nicht nur viele Theater und gute Restaurants sondern auch interessante Geschäfte. Die zentrale Ader ist die Josefstädter Straße.

Aushängeschild und Altbaufassade

Alles außer Kettenläden in der Josefstadt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Uhr mit Jugendstilfassade

Irgendwas hängt hier immer ins Foto: Stromkabel oder Trambahnoberleitungen. Macht nix, ich find’s trotzdem schön! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schiefertafel mit Beschriftung Tagesgericht

Mittagstisch ist in der Josefstadt für ca. 8 Euro zu haben ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Schaufenster mit farbenfroher Kinderkleidung

Legastheniker? Nicht Papagei sondern Pagabei – bunte kreative Kinderkleidung ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Hochzeitstorte und pinke Muffins im Schaufenster

Dieses Geschäft war zum Glück noch geschlossen! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wien in der Adventszeit: Weihnachtsmärkte in Wien

Ab Mitte November öffnen in Wien über 24 Weihnachtsmärkte mit mehr als 1.100 Ständen.
Wir sind auf unseren Fußwegen von der Innenstadt zum Hotel Josefshof in der Josefstadt mehrmals am Weihnachtsmarkt am Rathaus vorbeigekommen und waren zufällig anwesend, während der große Christbaum illuminiert wurde. Diesmal in den Farben Frankreichs, aus aktuellem Anlass.

Totale Adeventsmarkt Rathaus Wien

Wie im Märchen……©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Wiener Rathaus illuminiert

Das illuminierte Wiener Rathaus bildet eine märchenhafte Kulisse für den Adventsmarkt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Lichterbogen am Adventsmarkt vor dem Rathaus in Wien

Ein rot-weiss-blauer Bogen führt in den Himmel wo die Sterne leuchten. Verbeugung vor Paris im November 2015 ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Rathaus Wien mit Christbaum

Weihnachtsmarkt am Rathaus: 2015 erstrahlt der Christbaum in den Farben Frankreichs ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Engelbeleuchtung

Engel weisen den Weg….. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Reiseführer für Wien

Weitere Informationen zu Wien auf Visit Wien: www.wien.info oder beispielsweise in den folgenden Reiseführern:

  • Merian live! Wien
  • Wien – Michael Müller Verlag
  • Polyglott on tour Wien

Die Wien-Reiseführer im Vergleichstest.

Wien Reiseführer im Praxistest

Noch mehr Tipps für ein Wochenende in Wien bzw. eine Städtreise nach Wien – mit Insidertipps- :

Die besten Insidertipps für Wien: Wien mit Stil

Du möchtest mit der Bahn nach Wien fahren? Hier unsere Tipps für die Bahnfahrt/ Zugreise nach Wien:

Mit dem Nachtzug EN 421 von Düsseldorf nach Wien

 

*Alle Preisangaben Stand Juli 2017.

Zur Übernachtung im Hotel Josefshof in Wien wurden wir eingeladen. Vielen Dank dafür!

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© Foto und Texte: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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