Feuerberge und Verlockungen – Städtetrip nach Clermont-Ferrand

Clermont-Ferrand lockt nicht nur mit den nahegelegenen Vulkanen der Auvergne sondern auch mit einem hübschen Stadtzentrum in dem es für Genussreisende vieles zu entdecken gibt. Man kann morgens auf den Puy de Dôme fahren, nachmittags den Parc Vulcania besuchen und danach den Tag in einem der hübschen Restaurants in Clermont-Ferrand ausklingen lassen. Hier kommen meine Tipps für Urlaub in der Auvergne!

Inhaltsübersicht „Tipps für die Auvergne“

Feuerberge: Der Vulkan Puy de Dôme – „Grande Site de France“

Infotainment rund um die Geologie im Vulcania Parc

Verlockungen in Clermont-Ferrand – oder „The art of getting lost“

Feuerberge: Der Vulkan Puy de Dôme – „Grande Site de France“

Eine halbe Autostunde von Clermont-Ferrand entfernt liegt eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Frankreichs, der 1.465 Meter hohe Puy de Dôme trägt das begehrte Prädikat „Grande Site de France“. Der Zauber dieser Umgebung geht nicht allein von diesem einzigen erloschenen Vulkan aus, es erstreckt sich auch eine mehr als 30 km lange Kette von 80 Vulkankuppen und Kratern in der Landschaft, die Chaîne des Puys. Das Vulkangebiet gehört zum Parc Naturel Regional des Volcans d’Auvergne und ist somit eine „grüne Naturtourismus“ Destination.

Ausgerechnet an einem regnerischen Tag im Oktober habe ich mir eine Fahrt mit der Zahnradbahn Panoramique des Dômes zum Gipfel ausgesucht. In 20 Minuten ist man oben und hat – gutes Wetter vorausgesetzt – einen 360 Grad Rundumblick auf die erloschenen Feuerberge, die Vulkane der Auvergne. Mit dem Auto kann man nicht auf den Puy de Dôme fahren, dies ist streng untersagt.
Wer Lust hat, zu Fuß abzusteigen, hat die Möglichkeit auf dem Chemin des Muletiers in etwa 1,5 Stunden zum Parkplatz zu wandern.

Panoramique-des-Domes ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Vulkanlandschaft in der Auvergne ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Vulkangestein in der Auvergne ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Puy de Dôme bei schlechtem Wetter

Aufgrund des schlechten Wetters ist der Rundumblick ein wenig eingeschränkt und auch die Wanderlust hält sich in Grenzen. Aber sogar bei schlechtem Wetter bietet der Puy de Dôme Unterhaltsames: in Nebel und Regen wirken die Ruinen des gallo-romanischen Merkurtempels aus dem 2. Jahrhundert besonders beeindruckend und im interaktiven Museum „Espace Temple de Mercure“ erzählt der Audioguide den Besuchern Wissenswertes über den Tempel und die Ausgrabungsarbeiten. Es wird beispielsweise erklärt, dass im Merkurtempel für die sichere Reise auf der Römerstrasse Via Aggripina gebetet wurde.

Merkurtempel auf dem Puy de Dome ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Im Gipfelrestaurant essen wir zum Aperitif kalte Vorspeisen aus der Auvergne (Schinken und eine Art Salami). Als Hauptgang wird ein typisches Gericht aus der Auvergne serviert: Saucisse de Cantal (Bratwurst) mit Aligot. Aligot ist ein maximal kalorienoptimiertes Kartoffelpüree und besteht aus Kartoffeln, Creme fraiche und Käse (Tomme oder Cantal) und wurde früher Pilgern auf dem Jakobsweg als Grundnahrungsmittel serviert.

Dazu wird ein weißer La Petite Perrière Sauvignon gereicht sowie ein roter Bordeaux Chateau la Mouliniere von 2011. Das Wasser stammt selbstverständlich aus der Region: Volvic! Die Quelle dieses auch in Deutschland bekannten Mineralwassers liegt etwas nördlich des Puy de Dôme.

Deftige Vorspeise ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Saucisse-Aligot alias Bratwurst mit Käse-Kartoffelpürree ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Ausblick vom Puy de Dôme  ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Kurzes Reisevideo (20 Sekunden) „Mit der Zahnradbahn Panoramique des Dômes auf den Puy de Dôme“ von © Sabine Mey-Gordeyns für travelstories-reiseblog.com

Praktische Informationen und Öffnungszeiten: www.panoramiquedesdomes.fr

Infotainment rund um die Geologie im Vulcania Parc

Für alle, die sich dem Vulkan und Themen rund um die Erdgeschichte auf Hollywood-Manier nähern möchten, sei der Vulcania Parc – „Vulkanologiepark“- erwähnt. Geologische Themen wie beispielsweise Geysire werden auf dem 57 Hektar großen Parkgelände ebenso unterhaltsam dargestellt wie Dinosaurier, die wahrscheinlich für Kinder ein großer Spaß sind.

Dino-Show im Vulcania Park ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Simulierter Vulkankrater im Vulcania ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Ganz großes Kino gibt es dann im Abyss Explorer oder beim Dragon Ride: da wackelt der Besucherstuhl und bei einigen Effekten ist man froh um die 3D-Brille, die vor so manchen Überraschungen schützt…. Mein Ding ist so etwas überhaupt nicht, ich gehe lieber in die echte Natur und genieße die Stille, das ist für mich Sensation genug.

Weitere Informatioen gibt es auf der Webseite von Vulcania www.vulcania.com

Verlockungen in Clermont-Ferrand – oder „The art of getting lost“

2016 kürte Lonely Planet die Auvergne auf Nummer 6 unter den 10 Top-Reisezielen und Clermont-Ferrand hat sicherlich seinen Teil zu dieser guten Platzierung beigetragen. In Clermont-Ferrand gilt es nicht nur 2.000 Jahre Geschichte zu entdecken, die zentrale Place de Jaude mit der Vercingetorix-Statue von Bartholdi (der auch die Freiheitsstatue in New York erschuf) und die wunderbare Kathedrale Notre-Dame-du-Port. Mich haben insbesondere die vielen Gassen mit Restaurants und kleinen Geschäften fasziniert. #SlowTravel nennt man das. Ich genieße es, in einen Ort einzutauchen und mich mit den Einwohnern und deren Kultur zu beschäftigen.

Um ganz ehrlich zu sein: hier kann man sich an die Kunst, sich zu verlieren, ganz gut herantasten. Also stürze ich mich hinein, ins Verlorengehen.

Place Jaude ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Eine Stadt und ihr Berg: Puy de Dôme ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Mehr als Belle Epoque an der Place Jaude ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Die Basilique Notre-Dame-du-Port ist UNESCO Weltkulturerbe ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Transzendent: im Innern von Notre-Dame-du-Port ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Geheimtipp Käseverkostung bei Fromagerie Nivesse in Clermont-Ferrand

Zunächst entdecke ich direkt an der Place du Marché Saint Pierre einen Käseladen. Wir sind in Frankreich, hier gibt es auch viel Rohmilchkäse, erkennbar an dem Zusatz „cru“. Außerdem sind die Beschriftungsschilder vieler Käsesorten mit einem speziellen Zusatz ausgezeichnet, der angibt, dass es sich hier um einen AOC-Käse handelt. AOC steht für „l’appellation d’origine contrôlée Française”, ähnlich wie beim Wein. Nur ausgewählte Molkereien dürfen Käse mit diesem Qualitätssiegel herstellen, in der Auvergne wird beispielsweise ein “Cantal” und ein “Bleu d’Auvergne” als AOC produziert. Wieder was dazugelernt. Bei der Fromagerie Nivesse kann man an einer Käseverkostung teilnehmen – das kommt für nächstes Mal auf die Liste!

Käse bei Fromagerie Nivesse ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Geheimtipp Marché Saint Pierre

Gleich gegenüber liegt dann auch schon der Eingang zum Marché Saint Pierre. Schön ist anders. Aber lasst euch nicht abschrecken, drinnen wird es spannend!

In der überdachten Markthalle gibt es viele verschiedene Lebensmittelstände wie Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch. Außergewöhnlicher ist da schon der Gewürzstand, der mit den Gewürzkörben ein wenig an einen marokkanischen Souk erinnert oder Clouvel et Fils, der schon sehr spezielle Getränke im Angebot hat:

Mineralwässer aus der Auvergne, u.a. das bekannte Chateldon, Kastanienlikör oder Eisenkrautsirup. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie tief hier das Produktsortiment gefächert ist. Bei einem Metzgereistand hängen die von den Produzenten gewonnenen Trophäen vom Fleischerhaken um die Qualität des Angebots zu betonen, am Fischstand werden die Schalentiere permanent mit Eiswasser besprüht, rot glühen Bioäpfel für 3,90 Euro das Kilo wie Rubine aus der Obstkiste.

www.marche-saint-pierre.com

Marché Saint Pierre: die inneren Werte zählen! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Clouvel et Fils stehen für regionale Produkte ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Fruchtsirup ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Chateldon aus der Auvergne ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Schalentiere im Eisnebel ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Geheimtipp: Straßen und Gassen von Clermont-Ferrand

Ich könnte ewig durch die Straßen streichen, um noch immer mehr von diesen wundersamen kleinen Geschäften zu entdecken und mir vorzustellen, wie die Bewohner von Clermont-Ferrand dort einkaufen gehen.

Let’get lost! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Bezaubernd: Le Musée du Livre ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Einladend: Myrtille ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Kostbare Interieur-Stoffe ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Spezialitäten aus der Auvergne ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Le 1513 bietet die Spezialität „Truffade“ ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Truffade besteht, ähnlich wie Aligot (s.o) hauptsächlich aus Kartoffeln und Käse, wobei die Kartoffeln nicht püriert werden, sondern in dünne Scheiben geschnitten werden.

Offenlegung: Zu dieser Reise wurde ich im Rahmen von #GreenFrance von Frankreich Tourismus und Auvergne Tourismus eingeladen.

Noch mehr #GreenFrance? Wie wäre es mit einem Wochenende in Toulouse oder Natur und Genuss in Tarn-et-Garonne, Südfrankreich?

© Fotos und Texte: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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10 Comments

  • Durch die Markthallen und die kleinen Läden würde ich gerne mal selbst stöbern. Die sehen sehr einladend aus.

  • Ingrid sagt:

    Eine tolle Reportage! Und die Fotos sind so wunderschön!!!

  • Sabine sagt:

    Alleine schon in der Markthalle kann man sich für ein paar Stunden verlieren, Monika!

  • Sabine sagt:

    Danke Ingrid, es freut mich dass es Dir so gut gefällt!

  • Antje sagt:

    Verlieren in Clermont-Ferrand, das hast du super schon in Szene gesetzt. Und den Käse hätte ich auch gern probiert.

  • Sabine sagt:

    Merci beaucoup, Antje!

  • Eine herrliche Gegend und die Vulkanlandschaft ist atemberaubend schön. In die vielen Leckereien, die ihr probiert habt, würden wir gerne gleich reinbeißen. Schade, dass es die IT-Technologie noch nicht gibt, die das möglich macht!

  • Sabine sagt:

    Das wird vielleicht nicht mehr so lange dauern, Silke und Thomas! Aber es wäre doch auch schade: dann müßte man nicht mehr verreisen, und das lieben wir doch so sehr!

  • Ben sagt:

    Sehr ausführlich geschrieben, danke! Kenn die Gegend um den Puy de Dome zimlich gut, hab da eine Zeit lang gewohnt und viele Fotos gemacht! Bin total erstaunt, dass die den Tempel oben wieder aufgebaut haben, kenne den nur als Ruine. Die Bahn gibts jetzt seit 2013 mein ich, vorher mußte man noch hochlaufen!
    War lange nicht mehr dort und hab jetzt wieder richtig Lust bekommen in die Gegend zu reisen…
    Grüße aus der Bretagne,
    Ben

  • Sabine sagt:

    Danke Ben! Die Fahrt mit der Panoramique ist wirklich toll, und die Auvergne ist sehr schön!

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