Markt-Walhalla: Die neue Markthalle in Rotterdam

Eine Städtereise nach Rotterdam, ein Kurztrip übers Wochenende, Citytrip oder Tagesausflug nach Holland? Die Markthalle in Rotterdam mit ihrem interessanten Umfeld bietet etwas für jeden Geschmack.

Markthalle Rotterdam: Mediterrane Inspiration in moderner Architektur

Die neue Markthalle in Rotterdam-Blaak verspricht die Esskultur der Welt unter einem Dach, und dieses Dach wird von dem größten Kunstwerk der Welt eingenommen.

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Beeindruckende Kuppel der Markthalle ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Dieser Superlativ-Sprech hat mich neugierig gemacht und letztens habe ich mich selbst in das Getümmel der Markthalle gestürzt. Inspiriert vom Mercado San Miguel in Madrid  soll sie sein – ich war neugierig, wie ein so ambitiöses Vorhaben in die niederländische Großstadtarchitektur eingebettet werden kann.

Ich bin bequem mit dem Zug zum Bahnhof Rotterdam-Blaak gefahren. Allein das ist ein schöner Überraschungseffekt: verläßt man die Tiefen des Bahnhofs auf der Rolltreppe, landet man in einer Welt von skurril zusammengewürfelter moderner Architektur – z.B. den Kubushäusern (siehe weiter unten).

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Am Dienstag und Samstag findet vor der Markthalle der Centrummarkt Binnenrotte statt ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Von außen erinnert die neue Markthalle an ein Kreuzfahrtschiff der Superklasse, welches mitten in Blaak vor Anker gegangen ist. Die gigantischen Ausmaße ahnt man bereits von außen: 12.000 m2 Verkaufsfläche und ca. 90 Marktständen und Restaurants, sowie Wohnungen und eine Parkgarage.

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Walhalla auch für Architekturfans ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Markthalle Rotterdam: Das Essen aus aller Welt fällt vom Himmel

Innen verrenkt man sich erst einmal den Nacken in der gewölbeartigen Halle, wenn der Blick an die Decke schweift, die mit einem Riesenkunstwerk ausgestattet ist, welches 11.000 m2 bedeckt. Arno Coenen und Iris Roskam haben einen paradiesischen Himmel geschaffen, von dem aus dem Betrachter das Obst und Gemüse geradezu in den Mund zu fallen scheint.

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©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Waffeln und Poffertjes!! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Auch due klassische Rookworst von Unox darf nicht fehlen! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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…und sogar Trockenfisch…©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Es macht Spaß, hier durch zu schlendern und sich auszumalen, was man gleich verzehren wird: frische belgische Waffeln oder doch lieber holländische Poffertjes? Oder doch Jamie Oliver in der Markthalle mit seinem Jamies’s Italian ausprobieren? Eine Mezze-Platte aus der nahöstlichen Tradition, vietnamesische Nudelsuppe oder doch lieber japanisches Sushi? Einen Snack aus der biologischen Metzgerei, eine chinesische Teigtasche mit süßem Schweinfleisch oder doch lieber baskischen Bacalao???  Wir haben uns für letzteres entschieden und landen im BasQ Kitchen, einem baskisch angehauchten Restaurant.

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Basq Kitchen ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Gestärkt mit besagtem Bacalao, einigen Tapas und einem Glas Rotwein, der nach Beere und Pflaume schmeckt, fällt es uns leichter, den weiteren verlockenden Genüssen der Markthalle zu widerstehen: getrocknete korsische Eselsalami, dry aged entrecote, holländischer Käse und spanischer Schinken, norwegische Jakobsmuscheln (hand picked by divers!), italienischen Cantuccini und französischem Cidre……das ist kein Ort für eine Diät.

Es ist ein Ort, der in den calvinistisch geprägten Niederlanden, wo Sparsamkeit und Geiz in vielen Regionen noch als Tugend gelten, überraschend und einzigartig ist. Nicht umsonst wirbt die Markthalle mit dem Slogan: Het foodwalhalla van Nederland! (Die Foodwalhalla der Niederlande).

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Kitsch oder Kulturgut? ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Multikulti wird groß geschrieben ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Auch eine Niederlassung von Jamie Oliver’s „Jamie’s Italian“ Restaurant ergänzt das Restaurantangebot in der Markthalle – das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass bisher weder Amsterdam, Paris oder Berlin mit einem solchen Restaurant aufwarten können.

 

Markthalle Rotterdam: Centrummarkt auf der Binnenrotte

Unsere Empfehlung: Plant man den Besuch der Markthalle für Dienstag oder Samstag ein, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und kann neben der luxuriösen Markthalle einen der größten Wochenmärkte der Niederlande besuchen, den Centrummarkt auf der Binnenrotte.

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Draußen geht es herzhaft zu…. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Oder sind wir in Marokko?? ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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Matjes mal sexy! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Gleich vor der Markthalle findet Dienstags und Samstags ein großer multikultureller Wochenmarkt statt, der im Durchschnitt 400 Marktstände zählt. Typisch niederländisch, typisch Multikulti. Während man beim Besuch der Markthalle leicht den Eindruck bekommen kann, dass die Touristen in der Überzahl sind und überwiegend fotografieren statt kaufen, ist es auf dem Wochenmarkt umgekehrt: dieser ist fest in den Händen der Einheimischen, wobei zu den Einheimischen auch die „neuen Niederländer“ aller Couleur zählen.

Hier draußen gibt es neben farbenfrohen Obst- und Gemüseständen zahlreiche Fischstände, bei denen auf Arabisch oder in einem Berberdialekt verhandelt wird, so genau weiß man das nicht. Antiquitätenstände, Stände speziell für Fahrradzubehör, Gewürzstände die Ras el Hanout für die marokkanische Küche und Rawit Pili Pili für die indonesische Küche verkaufen. Rosa Nachthemden aus Flanell, Schuhe aus chinesischer Massenproduktion, Taschen aus Kunstleder – das Angebot des Wochenmarktes bietet eine erfrischende Alternative zum noblen Angebot drinnen.

 

Markthalle Rotterdam: Architekturwanderung im Stadtviertel Blaak

Wer immer noch nicht müde ist, kann sich im Umkreis von wenigen hundert Metern mit der modernen niederländischen Architektur vertraut machen: das Dach der Bahnstation Blaak vom Architekten Harry Reijnders erinnert an eine fliegende Untertasse mit einem Durchmesser von 35 Metern (1993). Die Bibliothek von Rotterdam („der gläserne Wasserfall“) ähnelt dem Centre Pompidou in Paris und wurde von Jaap Bakema und Hans Boot (1983) entworfen. Der Blaaktoren (1984) steht gleich daneben, trägt den Spitznamen „Het potlood“ (der Bleistift) und gilt gemeinsam mit den benachbarten Kubushäusern (1982 – 1984) als eines der Wahrzeichen von Rotterdam. Beide wurden vom niederländischen Architekten Piet Bloom entworfen. Eine der Kubuswohnungen ist sogar zu besichtigen.

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Bleistift und Kubushäuser können auch entdeckt werden….©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Markthalle Rotterdam: Bummeln im Laurenskwartier
Für ganz Unermüdliche: Insider empfehlen einen Bummel im Laurensviertel rund um die Laurenskirche, die man einfach entdeckt sobald man den Großen Markt überquert hat. Dort gibt es hübsche Läden und Boutiquen und nette Cafés zu entdecken. Das Lokalkolorit gibt es gratis dazu.
Informationen
Markthalle
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Haltestelle Blaak, Reiseplanung via 929 nl
Parken im Parkhaus Parkeergarage Markthal
Öffnungszeiten Markthalle
Unterhalb der Woche 10-20 Uhr, Sonntags 12-18 Uhr
Öffnungszeiten Centrummarkt Binnenrotte
Dienstags und Samstags 08:00 bis 17:30 Uhr
Markt Binnenrotte Centrummarkt, Binnenrotte 101, 3011HB Rotterdam

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Ihr wollt noch eine Hafenrundfahrt im Hafen von Rotterdam unternehmen? Einen Bericht darüber findet Ihr bei Travelworldonline.

© Foto und Texte: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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10 Comments

  • Das sieht so aus, als ob die Markthalle von Rotterdam eine eigene Reise wert ist, Sabine. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn ich lese, was es dort alles gibt. Ein „appetitanregender“ Post! Und herzlichen Dank für den Link.

    Liebe Grüße,
    Monika

  • Sabine sagt:

    Es gibt dort wirklich so viel zu sehen, zu riechen und zu schmecken, Monika. Und ja, die Markthalle samt Umgebung ist wirklich eine eigene Reise wert!
    Herzlich, Sabine

  • Wenn Rotterdam, dann nun unbedingt auch Markthalle!

    Danke für deinen Tipp hier und die Anregungen, vielleicht „müssen“ wir ja doch noch mal in die Niederlande reisen.
    Danke und weiterhin so tolle Idee und Entdeckungen!

    Herzliche Grüße, Thomas und Silke.

  • Sabine sagt:

    Wie schön, wenn ich euch inspirieren kann, Thomas und Silke! Die Niederlande haben auch für outdoorfans einiges zu bieten: wie wäre es mit ausgedehnten Fahrradtouren?
    Herzliche Grüße, Sabine

  • Antje sagt:

    Wohnen in der Markthalle, wie cool ist das denn. Besser geht es ja wohl kaum. In bin zwar demnächst in Holland, für Rotterdam reicht aber leider die Zeit nicht. Werde wohl noch mal wieder kommen müssen.

  • Sabine sagt:

    Die Idee mit der Wohnlage „Blick in die Markthalle“ hat mich auch sehr fasziniert, Antje! Ich habe mir sagen lassen, dass sich die Fenster zur Markthalle hin leider nicht öffnen lassen, so dass man sich nur sehend an den Szenen ergötzen kann…..

  • Oliver Huber sagt:

    Toller Post!
    Kommt definitv für den Städetrip nach Amsterdam mit aud den Plan. Danke.

  • Sabine sagt:

    Danke Oliver – wobei es in Amsterdam mittlerweile auch eine Markthalle gibt!

  • Vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel und die schönen Fotos. Die machen sofort Lust, nochmal nach Rotterdam zu fahren. Ich war im vergangenen Jahr dort und habe neben der Markthalle auch die Kubushäuser besucht. Spannende Ecke dort. Und die Auswahl in der Markthalle ist grandios!
    Spannend fand ich auch den Gegenentwurf: Auf der andere Seite der Nieuwe Maas, über die Erasmusbrücke, war ich auch in der Fenix Food Factory Markthalle. Eher alternativ mit Bioangebot und eigener Brauerei. Schon eine klasse Metropole, Rotterdam!

  • Sabine sagt:

    Die Fenix Food Factory steht auch schon etwas länger auf meiner Liste – da muss ich unbedingt einmal hin!

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