Auf der Hochlandpiste F249 nach Þórsmörk-Thorsmörk-Thorsmork-Porsmörk

Auf der Hochlandpiste F249 nach Þórsmörk-Thorsmörk-Thorsmork-Porsmörk

– Fest steht, daß die Strecke nach Thorsmörk einer jener Pistenträume ist, die jeder Hochlandfahrer – egal ob Tourist oder Einheimischer – in Island träumt. Und gerne träumt man ja vom eigentlich Unerreichbaren, so ist es auch mit Thorsmörk. Thorsmörk bedeutet „Thors Wald“ und der zerklüftete und bewaldete Bergrücken wird von den Gletschern Tindfjallajökull und Eyjafjallajökull umringt und liegt zwischen den Flüssen Krossá, Þröngá und Markarfljót.

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Hochlandtraum F249: Gletscher, Waschbrettpisten, Staub ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Herausforderungen auf der Hochlandpiste F249 nach Thorsmörk

Zwischen Hvolsvöllur und Skogar im Süden Islands zweigt die Piste F249 auf der Höhe des Seljalandsfoss nach Thorsmörk ab. Mit „F“ werden in Island Wege bzw. Pisten bezeichnet, die nur mit entsprechend ausgerüsteten Allradfahrzeugen befahren werden dürfen. 20 km lang ist die holprige Piste und führt besonders am Ende über viele gefährliche Furten. Die F-Pisten sind nur im Sommer einige wenige Wochen geöffnet und befahrbar. Die Öffnungszeiten der Wege sind bei Vegagerdin auf Englisch einsehbar.

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Der Weg führt immer irgendwie durchs Wasser ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Unabdingbar ist natürlich auch vor einer solchen Exkursion der Blick auf die Wetterkarte  die ebenfalls interessante Informationen zur aktuellen seismischen Aktivität liefert – vielleicht nicht ganz uninteressant, wenn man quasi auf der Rückseite eines Erdbeben- und Vulkangebietes herumfährt.
Wir hatten einige Fotos im Internet von gekenterten Fahrzeugen gesehen und deshalb die Strecke für uns Pistenanfänger in die Kategorie „ungeeignet“ eingeordnet. Aber manchmal werden ja Wünsche auf wunderbare Art und Weise erfüllt. Zunächst einmal haben wir 2012 den trockensten und warmen Sommer seit 60 Jahren auf Island erwischt, d.h. aufgrund der geringen Niederschläge führen die Flüsse weniger Wasser als sonst, d.h. die Wahrscheinlichkeit, daß wir nicht mit unserem Defender komplett im Fluß baden gehen, ist etwas geringer. Nachmittags steigt allerdings der Wasserspiegel aufgrund des Gletscherschmelzwassers, darauf müssen wir achten, vor allem an diesem glutheißen Tag im Juli.

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Für Unerfahrene Allradfahrer: ungeeignet! ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

Hochlandpiste F249 nach Thorsmörk: Gletscherflüsse furten im Hochland

Die Wunscherfüllung nimmt ihren weiteren Lauf mit unserer neuen isländischen Freundin Sigga. Zufällig ist sie eine sehr erfahrene Hochlandpisten-Fahrerin. Thorsmörk ist ihre Lieblingsstrecke, dahin fährt sie schon seit über 30 Jahren und kennt jede der unzähligen Furten sehr gut. Noch nie hatten wir mit unserem Land Rover Defender einen Fluß gefurtet und sind sehr froh, dass Sigga uns zeigt, wie man die trügerischen Furten auf dieser Strecke meistert. Ohne Allradantrieb, Bodenfreiheit und einer sehr umsichtigen Fahrweise geht hier gar nichts.

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Tom und Sigga suchen die beste Stelle um den nächsten Gletscherfluss sicher zu furten ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Sigga fährt mit ihrem Jeep voraus, bleibt vor jeder Furt stehen und „liest“ den Gletscherfluss: sie schätzt die Flußtiefe ab, veranschlagt die Fließgeschwindigkeit, ermittelt eventuelle alternative Furtmöglichkeiten. Sie erklärt uns alles ganz genau, instruiert uns, wie wir uns an den entsprechenden gefährlichen Stellen zu verhalten haben.

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Sigga fährt vor. Falls sie stecken bleibt, können wir sie mit unserer integrierten Seilwinde herausziehen ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

 

 

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Manchmal läuft das Wasser bei der Tür rein…. ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Vor allem: nicht, niemals, unter keinen Umständen stehen bleiben, sondern langsam und zügig fahren und weiterfahren, man weiß nie, wie das Flußbett unter Wasser aussieht. Dann schaltet Sigga in „low gear“ und fährt souverän und gleichmäßig durch die Gletscherfluten.

Isländer wählen möglichst die ungefährlichste Furt, sie fahren schließlich mit ihrem eigenen Auto und nicht wie Touristen mit einem Mietwagen. Jedes Jahr verunglücken mindestens 5 Touristen in Island tödlich, weil sie die Risiken des Landes unterschätzen, warnt Sigga uns.

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Isländisches Allradfahrzeug ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Und tatsächlich, wir beobachten, wie auf halber Strecke ein Mini-Allradwagen Marke „Suzuki Jimney“ unverrichteter Dinge kehrt macht, das Wasser in diesem reißenden Gletscherfluss ist für diesen Offroad-Winzling einfach zu hoch.

 

Hochlandpiste F249 nach Thorsmörk: Vorbei am Vulkan Eyjafjallajökull

Neben dem atemberaubenden Landschaftspanaroma wie aus Tolkiens Mittelerde, den Gletscherflussfurten und dem Offroad-Erlebnis an sich, ist ein weiterer Höhepunkt der Tour sicherlich der Amblick des 2010 ausgebrochenen Vulkans Eyjafjallajökull, bevor man tiefer in das Godaland, das Land der Götter eindringt.

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Defender mit Blick auf den Vulkan ©Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

Nach einer zünftigen isländische Brotzeit unter praller Sonne machen wir uns auch nicht zu spät wieder auf den Rückweg, um böse Überraschungen zu vermeiden – es ist heiß und nachmittags schwellen deshalb die Gletscherflüsse beträchtlich an.

Vielleicht interessiert Dich auch unser Island-Video (3 Minuten 13 Sekunden)!

Anreise und Übernachtung

Diese Piste nach Thorsmörk ist sicher eine der schönsten Islanderfahrungen, die man machen kann. Für alle, die kein Allradfahrzeug mieten wollen oder damit unerfahren sind: Es gibt eine Hochlandbusverbindung nach Thorsmörk, am Ende des Tals sind Zeltplätze und ein Hostel.

Achtung: kein mobiles Funknetz im Hochland!

Anreise – nur im Sommer!

Hochlandbus SBA-Nordurleid

Übernachtung – nur im Sommer!

Rechtzeitige Buchung ist bei allen Optionen erforderlich. Z. T. muss eigene Ausrüstung vollständig mitgebracht werden.

Campingplätze: Basar und Langidalur

Vor Start der Exkursion unbedingt checken

Wetter und seismische Information

Öffnungszeiten der Hochlandpisten

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© Foto und Texte: Sabine Mey-Gordeyns, travelstories-reiseblog.com

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2 Comments

  • Antje sagt:

    Liebe Sabine,

    wir scheinen ganz ähnliche Vorlieben zu haben, was das Reisen betrifft. Island steht schon lange auf meiner Wunschliste – und auch wir waren auf der Suche nach Papageientauchern. Allerdings in Cornwall! :-)

    Viele Grüße

    Antje

  • Sabine sagt:

    Liebe Antje,
    was die Vorlieben betrifft: ja, da gibt es sicher eine Menge gemeinsame Interessen!
    Herzliche Grüße, Sabine

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